Neues aus dem Zillepark

Nach Beendigung der Arbeiten an dem Kräuterbeet.

Die Agendagruppe 21 Gestaltung, die BUND-Gruppe sowie die Gruppe der Gartenfreunde engagieren sich sehr für Projekte, die Mensch und Natur zu Gute kommen. Dieses Kräuterbeet entsteht durch den tatkräftigen Einsatz der Clabs Stahnsdorf und der freundlichen Unterstützung durch die Gemeinde.
Es sind robuste Kräuter gepflanzt worden, wie zum Beispiel Oregano, Salbei und Lavendel. Blühende Kräuter sind auch Nahrungsquelle für unsere Insekten und wir sind gespannt auf das künftige Miteinander von Mensch, Pflanze und Insekt.🦟🦋
Damit das Beet sich auch gut entwickeln kann, brauchen die Pflanzen
aber noch Unterstützung. So suchen wir Paten, die gern Hilfeleistung geben zum Beispiel durch Giessen.
Wer also dieses Vorhaben unterstützen möchte, meldet sich bitte bei

Regina Schwarz 03329 613750.
Sprecherin der AG21 Gestaltung

Petition: Schützt das Grüne Stahnsdorf

wir sorgen uns sehr auf Grund der baulichen Aktivitäten in Stahnsdorf, bei denen trotz der Erfordernissen zur Eindämmung des Klimawandels, immer mehr die grüne Seele verschwindet.

Aus diesem Grund haben wir eine Petition gestartet, die den Bürgermeister und die Gemeindevertreter auffordert, das grüne Stahnsdorf zu schützen und zu bewahren.

Die Petition ist hier zu finden, hier können Sie auch die Petition unterstützen:

Der Klimawandel trifft auch Stahnsdorf- lasst uns daher das Grüne Stahnsdorf schützen und bewahren – Online-Petition (openpetition.de)

Text der Petition:

Der Klimawandel trifft auch Stahnsdorf, lasst uns daher das Grüne Stahnsdorf schützen und bewahren.

Noch ist Stahnsdorf geprägt durch seine Grünflächen und Bäume. Dieser Sommer, wie auch die vorherigen schon, zeigt uns, wie wichtig die grünen Lungen, vor allem große alte Bäume für eine Gemeinde sind. Im INSEK-Verfahren wird der grüne Charakter im Leitsatz für die Gemeinde aufgenommen, also seitens der Gemeindevertretung und der Bürger offensichtlich als prägender Bestandteil des Ortes gewertet, der gesichert werden muss.

Um der Verwaltung die Grundlagen für ein klimagerechtet und ortsbildschützendes Handeln zu geben, bitten wir um Umsetzung und Festschreibung der folgenden Forderungen:

A)  Die hohen Temperaturen und Trockenheit erfordern jetzt sofort  den Schutz der noch     vorhandenen Bäume im Innenbereich, u.a. mithilfe einer Anpassung der Baumschutzsatzung wie folgt:

  • Ersatz der gefällten Bäume nach Art, Größe und Alter des Baumes
  • wenn kein Ersatz oder nur ein Teilersatz an Ort und Stelle erfolgt, sollen sich die Kosten für die Ersatzpflanzung an den realen Kosten für Pflanzung und Pflege in den ersten 5 Jahren orientieren
  • der Ersatz muss innerörtlich auf dem Gemeindegebiet erfolgen
  • Festlegung der Anzahl der Ersatzpflanzungen für einen ausgewachsenen Baum anhand dessen Alter, Größe und Zustandes (Fotosyntheseleistung).

B)   Wir fordern, dass der Bürgermeister die Gemeindevertretung innerhalb von 2 Wochen des   Bekanntwerdens informieren muss, wenn

  1. zwei Grundstücke,  die nebeneinander liegen,
  2. Flächen mit mehr als 1500 m2 oder
  3. zusammenhängende Grundstücke mit zusammen mehr als 1500m2 Fläche

verkauft werden sollen, damit über eine verbindliche Bauleitplanung (Vorhaben- und Erschließungsplan oder  Bebauungsplan) eine Entscheidung kurzfristig herbeigeführt wird. Eine verbindliche Bauleitplanung soll das Ziel des Grünerhalt, der Versiegelungsminimierung und des Schutzes, der Förderung und Entwicklung der Artenvielfalt, insbesondere durch Biotopverbunde zum Inhalt haben, besonders durch eine

  • Begrenzung der Grundflächenzahl (GRZ) in Wohngebieten auf max. 0,3 und in Mischgebieten auf max. 0,6. Diese GRZ  beinhaltet Tiefgaragen oder zusätzlichen Bauten, die zu Versiegelungen führen, in vollem Umfang,
  •  Festlegung einer Mindestgröße bei Teilungen von Grundstücken von 600m2,
  • Ablehnung von Bauvorhaben, die diesen Anforderungen nicht gerecht werden.

Begründung

Wir sehen den grünen Charakter der Gemeinde durch die aktuellen und geplanten Baumaßnahmen gefährdet. Wie an einer Perlenkette reihen sich beispielsweise entlang der Potsdamer Allee in Stahnsdorf Bauprojekte aneinander, für die Bäume gefällt und Grünflächen geopfert werden. An anderen Stellen werden große Grundstücke aufgeteilt und anschließend so bebaut und versiegelt, dass nur wenig Grünfläche übrig bleibt. Klimanotwendiges und ortsbildprägendes Grün verschwindet und damit auch die identitätsstiftende Elemente.

Stahnsdorf entwickelt sich dadurch immer mehr zu einer versiegelten und  gesichtslosen Häuseransammlung. 

Darüber hinaus ist erschreckend, dass die von Investoren gebauten Wohnblocks meist an dem Bedarf der Stahnsdorfer vorbei gehen.

Der Nutzen innerörtlichen Grüns (alte Bäume, naturbelassene Wiesen, Blühstreifen usw.) ist bekannt und unumstritten –  es fehlt aber die Einsicht in die Notwendigkeit des Erhalts.

Mithilfe von Bebauungsplänen kann die Gemeinde dies alles regeln, in denen sie Vorgaben hinsichtlich der Mindestgröße von Grundstücken, des Versiegelungsgrades und der Bepflanzung machen. Gleiches gilt für Gestaltungspläne, in denen die Gemeinde festlegen kann, was in Bestandsgebieten, für die es keinen oder einen nicht mehr zeitgemäßen Bebauungsplan gibt, erlaubt ist und was nicht.

Besonders mit der Preisgabe von Bäume bei den Baumaßnahmen sind nicht nur die negativen ökologischen Folgen zu tragen, sondern es wird darüber hinaus das Selbstverständnis des Ortes gefährdet.

Die Tatsache, dass man später und woanders entsprechend dem Verlust an Bäumen oder sogar etwas mehr neu angepflanzt werden muss, ist für die Klimasituation in Stahnsdorf ohne Bedeutung.

Denn erwachsene, oft sehr alte, riesige, vitale Bäume, besonders Laubbäume, erbringen eine ungleich höhere Photosynthese-Leistung und binden viel mehr CO2 als junge Setzlinge, oft nur wenige Zentimeter groß. Bis diese den alten Baum ersetzen können, vergehen Jahrzehnte! Dazu kommen noch viele weitere für uns positive Auswirkungen, die mit dem Verlust von alten Bäumen verloren gehen. Hier seien nur einige genannt:

Bäume spenden Schatten

Bäume wirken wie riesige Staub und CO2 –Filter und liefern lebensnotwendigen Sauerstoff

Bäume fördern das Wohlbefinden von Anliegern

Bäume verdunsten Wasser und senken an heißen Sommertagen die Lufttemperatur

Bäume verringern Lärm

Bäume bringen Natur in die Stadt

Da hilft nur eines: Die alten Bäume müssen bleiben und gepflegt werden!

Finde 13 Unterschiede

1. März 2022
1. Juni 2022

So sieht es aus, wenn Investoren die Gestaltung von Stahnsdorf übernehmen und man anscheinend nichts dagegen machen kann. Armes Stahnsdorf!

Der Umwelt zu liebe????

Uns fehlen die Worte!

Was ist das?

Dummheit – Rücksichtslosigkeit – Gleichgültigkeit ?

Jemand hat noch schnell im alten Jahr reinen Tisch gemacht, nicht in einen Mülleimer, wie man es als zivilisierte Mensch gelernt hat.

Nein! In Papiertüten mit dem Aufdruck “ DER UMWELT ZU LIEBE“ wird der gesammelte Müll uns allen und den Tieren vor die Füße geworfen. Frei nach dem Motto:

„Sollen doch die anderen sich um meinen Müll kümmern, Hauptsache bei mir ist er weg!“

Was kann aus einem solchen Verhalten geschlossen werden?

Egoismus gepaart mit Dummheit ist bei manchen grenzenlos

und läßt nichts Gutes für das Neue Jahr erwarten.

Verliert Stahnsdorf seine grüne Seele? Fortsetzung

Eine neue Baugenehmigung an der Potsdamer Allee erregt Widerstand oder vom Mangel an Bebauungsplänen und dem fehlenden Anspruch, Bewährtes zu erhalten!

Wer dieser Tage entlang der Potsdamer Allee durch Stahnsdorf fährt, reibt sich womöglich verwundert die Augen. Viele Baukräne, die alles überragen, Flächen, die von schwerem Gerät umgepflügt werden und immer größer werdende Lücken im einstigen Band von großen und alten Bäumen entlang der Potsdamer Allee.

Investoren versuchen das maximale aus ihren Grundstück herauszuholen und daher bleibt kaum noch Platz für Bäume. Jüngstes negatives Beispiel kann am Kastanienweg/Potsdamer Allee beobachtet werden, wo anstelle einer alten Backsteinvilla zukünftig 51 Wohneinheiten stehen werden. Von den vielen wertvollen Laubbäumen, die dieses Grundstück einmal eingerahmt haben, stehen derzeit noch 6. Ob diese allerdings die Baufertigstellung erleben werden, ist fraglich.

In diese Situation platzte die Mitteilung der Verwaltung, dass nun auch die schönen, großen und alten Linden, die auf dem Grundstück stehen, auf dem auch das Restaurant Taj Mahal zu finden ist, einem Neubau für 17 Wohneinheiten weichen sollen. Noch im Oktober hatte die Fraktion Grüne/Linke vergeblich mit einem Eilantrag die  Unterschutzstellung der Bäume gefordert.

Auf Grund dieser Entscheidung entschlossen sich die BUND Ortsgruppe und die Agendagruppe Gestaltung am vergangenen Samstag interessierte Bürgerinnen und Bürger auf diese Situation hinzuweisen. Keiner verstand, warum  Vorhaben solcher Größe nicht im Bauausschuss diskutiert sondern einfach durchgewinkt werden. Besonders kritisch empfanden es die Anwesenden, dass die Gemeinde nicht in der Lage zu sein scheint, dem eigenen Anspruch zu entsprechen, eine Grüne Gemeinde zu sein und auch bleiben zu wollen. Dieser Anspruch wurde schon 2017 in einem Leitbild für die Gemeindeentwicklung festgehalten, in einem integrierten Klimaschutzkonzept vertieft und mit einem Wettbewerb für insektenfreundliche Gärten in diesem Jahr wiederholt.

Vor diesem Hintergrund stellten die Anwesenden die Forderung, dass  Investoren und Bauherren ein sich an der Klimakrise  orientiertes Verhalten zu tage legen und  die Verwaltung im  Sinne ihrer Bürgerschaft alle Möglichkeiten voll ausschöpft. „Wir können nicht“ ist nicht mehr zeitgemäß!

Verliert das „grüne Stahnsdorf“ seine grüne Seele?

14 Bäume auf dem Grundstück des Restaurant Taj Mahal sollen einem Neubau weichen.

  • Bäume spenden Schatten
    Durch den von Bäumen gespendeten Schatten heizen sich die versiegelten Straßenoberflächen und Häuserwände nicht so stark auf.
  • Bäume verdunsten Wasser
    Bäume transportieren Wasser aus dem Boden. Dies können sie bis in über 100 Meter Höhe befördern. Dabei verdunsten sie das Wasser über ihre Blätter ab. Sie senken an heißen Sommertagen die Lufttemperatur um bis zu 8 Grad Celsius und sind somit eine sehr effiziente biologische Klimaanlage.
  • Bäume wirken wie riesige Filter
    Bäume nehmen Kohlenstoff auf, filtern ihn aus der Luft und speichern ihn in Stamm, Zweigen und den Blättern. Dieser Prozess nennt sich CO2-Sequestrierung. Ein einziger Baum ist in der Lage jährlich 300 kg CO2 zu absorbieren. Eine ausgewachsene Linde zählt zu den Champions beim CO2 Abbau aus der Atmosphäre und kann bis zu 8000 kg CO2 absorbieren. Sie ist also sehr wichtig, wenn es um den Kampf gegen den Klimawandel geht.
  • Bäume liefern Sauerstoff
  • Bäume können täglich ausreichend Sauerstoff für 10 Menschen zu liefern. Häufig wird dabei von „Grünen Lungen“ gesprochen.
  • Bäume verringern den Lärm
    Der Lärm in der Stadt wird erträglicher indem das Laub der Straßenbäume den Schall zwischen den Hausfronten abschwächt und die unangenehmen Töne verschluckt.
  • Bäume bringen Natur in die Stadt
    Straßenbäume bieten für viele Vögel und Insekten in unseren Straßen den nötigen Lebensraum. Indem die Laubbäume im Herbst ihre Blätter verlieren, lassen sie in der dunklen und kalten Jahreszeit genügend Licht und Sonnenwärme für uns Menschen hindurch. Und im Frühling bereichern sie uns mit ihren Knospen, Blüten und Düften und lassen die Sonne in uns aufgehen.
  • Bäume fördern das Wohlbefinden
    Bäume tragen zum physischen und psychischen Wohlbefinden bei. Nicht umsonst sind Erholungsorte Naturorte. Hier fühlt sich der Mensch nämlich wohl.

Dieser große Wert von Laubbäumen wird in Stahnsdorf zwar erkannt, aber leider nicht gelebt, wie diese Beispiele aus Absichtserklärungen, Konzepten oder Wettbewerben zeigen, die alle in den letzten Jahren zu Papier gebracht wurden.

„Die Grün-, Begegnungs- und Waldflächen der Gemeinde bilden das Grundgerüst für die bauliche Entwicklung. Diese Flächen sind dauerhaft miteinander verbunden. Die „grünen Lungen“ von Stahnsdorf werden erhalten und weiterentwickelt . Die Gemeinde leistet einen aktiven Beitrag zum Erhalt des Artenschutzes und der Artenvielfalt. Sie unterstützt Projekte zum Erhalt von ökologischen Vorhaben. In Stahnsdorf wird umweltbewusstes Verhalten gelebt. Die Bürgerinnen und Bürger kennen die Bedeutung eines umweltbewussten Verhaltens.“ Quelle: Leitbild der Gemeinde Stahnsdorf (2017)

„Stahnsdorf etabliert sich als klimaorientierte und klimabewusste Gemeinde mit dem Ziel der Sicherung der naturräumlichen Ressourcen Boden, Wasser, Luft, der Reduzierung der Treibhausgasemissionen sowie der Verbesserung der Energieeffizienz. · Die Gemeinde leistet einen aktiven Beitrag zum Erhalt des Artenschutzes und der Artenvielfalt. Sie unterstützt Projekte zum Erhalt von ökologischen Qualitäten. In Stahnsdorf wird umweltbewusstes Verhalten gelebt. Die Bürgerinnen und Bürger kennen die Bedeutung eines umweltbewussten Verhaltens.“Quelle: INSEK 2021

„Straßenbäume erfüllen mehrere Funktionen, die dem Bürger in ihrer Gesamtheit oft nicht bewusst sind:
1.) ästhetische Funktion (als Gestaltungselement im Ortsbild sowie zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität)
2.) funktionale Bedeutung (als Schattenspender sowie zur Luftkühlung und -befeuchtung, Windbremsung und Feinstaubbindung)
3.) kulturhistorische Bedeutung (als Spiegel früherer Bepflanzungen)
4.) naturschutzfachliche Bedeutung (als potenzielle Nist- und Ruhestätten für Tiere)“ Quelle: Straßenbaumkonzept für die Gemeinde Stahnsdorf (2018)

„Artenvielfalt ist für das ökologische Gleichgewicht unverzichtbar. Jeder Grundstückseigentümer kann einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Gartenfauna und zum Arterhalt leisten.“ Quelle: Wettbewerb insektenfreundliche Gärten (2021)

„Das Klimaschutzkonzept (KSK) der Gemeinde Stahnsdorf dient der systematischen Verankerung des Klimaschutzes als bereichsübergreifende Aufgabe in der Gemeinde. Für zukünftige Anstrengungen liefert es die strategische Entscheidungsgrundlage und dient als Hilfe für die Planung. Der Zeithorizont ist hierbei auf die nächsten zehn bis 15 Jahre gerichtet. Das Hauptaugenmerk bei der Betrachtung und Bewertung aller angedachten Maßnahmen liegt auf der Einsparung von Treibhausgasemissionen. Ein KSK bezieht sich auf das gesamte Gemeindegebiet von Stahnsdorf und umfasst alle klimarelevanten Themen. Die Inhalte gehen konkret auf die Besonderheiten in Stahnsdorf ein und somit weit über generelle Empfehlungen hinaus.“ Quelle: Integriertes Klimaschutzkonzept Gemeinde Stahnsdorf (2018)

Besiedlung des Wohngebietes Potsdamer Chaussee, Jägersteig, Alte Trift und Stolper Weg

erinnert von Peter Ernst

lm Rahmen der Erschließung des Berliner Umlandes durch Erweiterung des

S-Bahnnetzes konnte 1913, nicht zuletzt wegen des großen Berliner

Südwestkirchhofs, der S-Bahnhof Stahnsdorf eröffnet werden. Damit wurde die

Umgebung für eine Besiedelung interessant. (Unsere Postanschrift z.B. lautete dem-

entsprechend ,,Berlin-Stahnsdorf West“ Jägersteg 3). ln den zwanziger Jahren wurde

gegenüber dem Berliner Waldfriedhof an der ,,Chaussee nach Potsdam“

Kuhlmeyscher Wald zu Bauland und es entstand ein kleines Wohngebiet mit 39

Parzellen. Dieses wurde begrenzt durch den historischen ,,Stolperweg“ von

Gütergotz nach Stolpe, ein Gewässer, dem ,,Klaren Pfuhl“, einer Ackerfläche und

dem historischen Weg des Weideviehs ,,Alte Trift“, dessen Anbindung an die

Chaussee nun rechtwinklig gestaltet wurde. Der bisherige Verlauf hatte die neuen

Parzellen diagonal durchquert. An der Potsdamer Chaussee entstanden 13, am

Stolperweg 6 und am ,,Jägersteg“ und der ,,Alten Trift“ 20 Grundstücksparzellen. Der

erste Siedler war im Jahre 1932 der Malermeister Walter Fricke aus Steglitz, der im

Jägersteg Nummer 3 eigenhändig sein Wochenendhaus gleich massiv errichtete.

Noch im Beginn der Arbeiten kam mein Vater der Stuckateur Willi Ernst aus

Charlottenburg mit seiner jungen schwangeren Ehefrau vorbei. Sie waren von der

Landschaft so angetan, dass sie beschlossen noch vor der anstehenden Geburt ein

kleines Wohnhaus einzugsfertig zu bekommen. Das löste bei Vaters Stuckateur

Kollegen bei der Ufa lnteresse und eine Kettenreaktion aus. Arthur Schulz Nummer 1

und daraufhin auch Richard Schulz Nummer 13 siedelten nach Besichtigung prompt.

1933 baute der Kammersänger bei der Staatsoper Wilhelm

,,Sturm“ Schüßler sich ein hübsches Holzhaus fürs Wochenende. Schon nach

wenigen Jahren errichtete er sich ein solides stattliches Wohnhaus mit freiem Blick

über ein Getreidefeld in den Wald. In der Ecke nebenan auf No.4 baute sich der

Potsdamer Polizist Seidel eine Laube. Die Parzellen Potsdamer Chaussee 6 und 7

erwarben die Brüder Hans und Linus Rader aus Bayern. Sie bauten ein

gemeinsames großes Wohnhaus auf Parzelle 7. In der ,,Alten Trift“ No.3 baute der

Regierungsbeamte Eugen Finke sein Haus mit Einliegerwohnung für seinen

Großvater, in dessen Militaria Geschäft am Bassinplatz der ,,Hauptmann von

Köpenick“ sein Kostüm komplettierte. 1934 entstand auf No.4 das Giebelhaus von

Herrn Amtsrat Otto Dessow.

Der Abteilwagen

Nebenan auf No. 5 landete eine einmalige Kuriosität: ein alter ,,Abteilwagen“ der

Eisenbahn ohne Fahrgestell, doch mit Bremserhäuschen, als

Wochenendhaus. Zwei Berliner „Alte Fräuleins“ brachten es rätselhafterweise mit

den beschränkten technischen Mitteln der damaligen Zeit fertig, dieses

tonnenschwere Monstrum nach Gütergotz und über den Sandweg bis auf ihr

Grundstück transportieren zu lassen. Wer den komplizierten Abtransport nach der

Wende mit moderner Technik erlebt hat, kann die „Alten Damen“ für ihr damaliges

Husarenstück nur bewundern.

Auf dem Jägersteg 6 und 7 baute sich der Korvettenkapitän a.D. Konopke ein

hübsches massives kleines Wochenendhaus.

Nebenan auf No. 8 baute sich der Postangestellte Friebner aus dem Wedding ein

zweistöckiges Giebelhaus.

Das Grundstuck daneben, Nr. 9 erwarb Herr Grunthal für gärtnerische Nutzung.

An der Potsdamer Chaussee erwarb der ab 1915 in Neubabelsberg tätige Professor

Hans Ohmert (1890 — 1960) für sein Wohnhaus das Eckgrundstück und dazu die

angrenzenden 3 weiteren Parzellen. Auf der äußeren baute er sich ein mit Schilf

gedecktes Atelier dessen Fenster wegen ausgeglichener Beleuchtung alle nach

Norden ausgerichtet waren. Zwischen Wohnhaus und Atelier ließ er eine natürliche

Wasserstelle am ,,Klaren Pfuhl“ zu einem Größeren Teich mit einer Holzbrücke an

der schmalsten Stelle ausschachten. Es entstand ein schöner Naturpark dekoriert mit

einer Schilfhütte. Sein Nachbar am Stolperweg wurde der alte Freund und Kollege

meines Vaters bei der Ufa, der Standfotograf und Kunstmaler Arthur Hämmerer.

Nachbar von Prof. Ohmert an der Potsdamer Chaussee wurde gegenüber des

Friedhofs der Bildhauer Engel mit seiner Werkstatt.

Ein großer Fortschritt war die im Jahre 1936 erfolgte Elektrifizierung. Damit hatten

Handpumpe, Petroleumlampe und Plumpsklo ausgedient.

Die Kriegs- und Nachkriegszeit

Anfang des Krieges baute sich Herr Hahn auf dem Doppelgrundstück No. 10

unter schweren Bedingungen ein Giebelhaus. Kurz nach dem Einzug kamen

die Russen und Herr Hahn ging.

Auf Potsdamer Chaussee 2 fing Herr Moschkau, der den Kiosk Ecke Bahnhofstraße

betrieb, mit seiner Frau einen Hausbau an, von dem er noch im Kriege das

Kellergeschoß fertig bekam. Unter Nachkriegsbedingungen baute er darauf eine

Wohnung und später einen Anbau als Kolonialwarengeschäft. Damit versorgte das

alte und kranke Ehepaar die ganze Umgebung. Nebenan auf No. 4 baute sich Herr

Ohlhoff, der in Babelsberg am Findling eine Fahrradwerkstatt mit Laden hatte, ein

Wochenendhaus. Im Jägersteg 12 baute sich der Potsdamer Buchhalter Alfred Glahn

für Frau und Tochter eine Wochenendlaube. Es war eine Gemeinschaft aus Leuten,

die in einem kleinen hübschen Haus im Wald und im Grünen ihre Lebensqualität

suchten und fanden. Erwähnenswert ist, dass mit wohl nur drei Ausnahmen keiner

Sympathie mit der ,,Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“ hatte. Von

meinem Vater weiß ich z. B.,  dass es als ,,Der Führer“ einst das Babelsberger

Filmgelände Ufa besichtigte einen grotesken Zwischenfall gab.  Als die

Sicherheitsleute die große heutige Caligari Halle räumte, übersahen sie in den

Kulissen den auf einer hohen Leiter arbeitenden Stuckateur Ernst. Als also der

Konvoi um eine Ecke kam, prallte er mit meinem herabgestiegenen Vater zusammen.

Dieser konnte gerade noch ,,Juten Tach“ sagen, bevor er von den Uniformierten zur

Seite gerissen und verhört wurde. Im Kriege, als die Alliierten ihre Bombenangriffe

tag und nachts flogen, wurden in vielen Gärten gedeckte Splitterschutz-Unterstände

gegraben, weil man fürchten musste, unter seinem eigenen Häuschen begraben zu

werden. Einige Wochenendbesucher verließen ihre Berliner Wohnung und wohnten

auf den Wochenendgrundstücken oder fanden Obdach bei Verwandten. Auf die

Grundstucke fielen jedoch keine Bomben, sondern in den umgebenden Wald mit

Glasschäden und vom Luftdruck aufgesprengten Türen.

Das fand ein Ende mit dem Einmarsch der Russen, die dann mit ihren Panjewagen

durch die Zäune in die Garten fuhren. Zuvor hatten einige Siedler eine Flucht gen

Westen diskutiert. Die Argumentation meines Vaters, dass er die Ereignisse nicht in

der Fremde, sondern lieber am Ort in vertrauter Umgebung überstehen könne, war für

die meisten überzeugend. Einige verließen jedoch ihre Grundstücke und den Ort vor

der ,,Einmauerung“ und kamen nie zurück. In verlassene Häuser zogen Vertriebene

und später auch ,,Regierungsdiener“ ein. Der Hunger zwang zu einer

landwirtschaftlichen Bewirtschaftung der Gärten und Haltung von Kleinvieh aller Art

für die Ernährung. Wegen der Sprengung aller Kanalbrücken des uns von der Stadt

trennenden Teltowkanals ,,zur Rettung der Hauptstadt gelangten die Leute auf

abenteuerlichen Wegen zu ihren Arbeitsplatzen nach Berlin. Die geraubten

Fahrräder fehlten sehr, Vater und ich fuhren mit der S-Bahn, die bis zum Wiederaufbau

der Kanalbrücke abschnittsweise wieder in Betrieb genommen werden konnte, über

Wannsee nach Babelsberg zur Arbeit und Schule. ln den Jahren bis zum Mauerbau

verließen noch viele Unzufriedene ihre Heimat für immer. Bis zur Wiedervereinigung

entstanden nur auf Jägersteg 11 ein großes Holzhaus als ,,Fertighaus“ für einen

Pfarrer und 1966 Potsdamer Chaussee 4 ein kleines Wochenendhaus für einen

Potsdamer Steinmetz . Dieses wurde 1975 für eine Forstangestellte umgebaut und

erweitert.

Die Nachwendezeit

Danach gab es einen Qualitätssprung, man sah Geltungsbedürfnis und das

Streben nach Größe. Der grüne Garten mit Waldbäumen gehörte nicht mehr zur

Lebensqualität. Grundstücke wurden halbiert und geviertelt. Die große Grenze war

gefallen, aber die Grenzen zum Nachbarn und zur Straße wurden häufig dicht

gemacht. Nachbarliche Hilfe wurde nicht mehr benötigt, es gab ja alles im Baumarkt,

wozu muss man dann noch mit dem Nachbarn reden? Positive Ausnahmen gibt es

jedoch und fallen angenehm auf. Schmerzlich ist für Stahnsdorf der Verlust seines

S-Bahnhofs. Die SED-Regierung riegelte Berlin durch ihre Mauer ab. Da eine

Vereinnahmung der Stadt nicht absehbar war, sollte auch die Erinnerung verschwinden.

Damit mußte auch das Bahnhofsgebäude weg — es wurde bei Nacht und Nebel

gesprengt. Heute heißt unsere Parole:

,,Stahnsdorf will seinen S-Bahnhof mit Anschluß nach Wannsee zurück“

Gütergotz Februar 2021 peter E R N S T

Müllsammelaktion Kienwerder

Müllsammelaktion in einem Landschaftsschutzgebiet

Die Ortsgruppe TKS des BUND rief für den 8. Mai zu einer 2-stündigen Müllsammelaktion

Rund um Kienwerder auf. Kienwerder ist umgeben von dem Landschaftsschutzgebiet „Parforceheide“. Innerhalb dieses Schutzgebietes gibt es auch 2 große geschützte Biotope.

Die Tatsache, dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet und um ein geschütztes Biotop handelt, verhindert jedoch nicht, dass Menschen Müll darin „ablagern“.

Um diese Vermüllung zu verringern, folgten 15 Personen im Alter von 13 bis über 70 unter strenger Beachtung der Corona-Regeln dem BUND Aufruf. Damit die Tier- und Pflanzenwelt nicht beeinträchtigt wurde, beschränkte sich die Sammelaktion nur auf einen Streifen entlang der Straßen und Wege.

Alle sind bereit!

Los geht`s!

Den „Erfolg“ der Aktion konnte man an 2 größeren Haufen von Müllsäcken, alten Auto- und Fahrradreifen, Teilen von Radios, Plastikverpackungen, Folien jeglicher Art, Metalle, Eimer voll Gläser und Glasscherben begutachten.

der nördliche „Müllberg“
der südliche „Müllberg“

Das Sammelergebnis und die Beteiligung an dieser Aktion machen Mut, eine solche Aktion an einer anderen Stelle der Gemeinde im kommenden Herbst oder Frühjahr wieder durchzuführen.

Waldwirtschaft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

„Ohne Harvester gibt es kein einheimisches Holz mehr zu kaufen.“ Dies ist eine der zentralen Aussagen von Revierförster Tobias Schramm bei einer Informationsveranstaltung zu bevorstehenden Waldarbeiten mit geplantem Harvestereinsatz in Güterfelde am vergangenen Freitag.

Eingeladen hatte die Agendagruppe „Gestaltung“ und der BUND aus Stahnsdorf. 24 interessierte und betroffene Bürger waren der Einladung gefolgt und wurden nicht enttäuscht.

In seinem Vortrag zeigte er auf, wie zu der derzeitigen Situation der Wälder in Deutschland gekommen ist. Ende des 17.Jahrhunderts gab es in Deutschland keine Wälder mehr, da die Nachfrage nach Holz aus allen Bereichen des Lebens und des Wirtschaftens riesig war. Um keinen Kollaps zu riskieren, erließen die Landesfürsten Gesetze zum Waldanbau und zur Waldpflege. Angebaut wurden hauptsächlich schnellwachsende Fichten und Kiefern, wo sonst ein Eichen-Buchen Wald stehen würde. Dies war die Geburtsstunde der Monokulturen, die heute so große Probleme bereiten.

Förster Schramm führte weiter aus, dass früher ganze Dörfer mit Waldarbeiten beschäftigt waren und es heutzutage kaum noch Arbeitskräfte gibt, die  diese gefährliche Arbeit machen.

Wenn aber der Wald umgebaut, d.h. die Monokulturen verringert werden sollen, dann ist das ein Prozess über mehrere Generationen, bei dem auch Bäume gefällt werden müssen, um anderen Bäumen Platz zu schaffen und um ein Einkommen erzielen zu können. Hierfür sei der Einsatz von Harvestern notwendig, da er billig, leistungsfähig, sicher und ökologisch nur wenig schädlich sei. Er sprach noch weitere Probleme an, wie die oftmals unterschiedlichen Vorstellungen von Waldbesitzern und Förstern oder das Problem von Verbiss durch Rehe bei Laubbaumsetzlingen. Hier wünscht er sich eine stärkere Bejagung.Nach seinem Vortrag bestand die Möglichkeit Fragen zu stellen, die Herr Schramm bereitwillig und detailliert beantwortete.

„Das war ein sehr informativer Abend. So etwas sollte es öfter geben“, fanden dann auch viele der Anwesenden.