Besiedlung des Wohngebietes Potsdamer Chaussee, Jägersteig, Alte Trift und Stolper Weg

erinnert von Peter Ernst

lm Rahmen der Erschließung des Berliner Umlandes durch Erweiterung des

S-Bahnnetzes konnte 1913, nicht zuletzt wegen des großen Berliner

Südwestkirchhofs, der S-Bahnhof Stahnsdorf eröffnet werden. Damit wurde die

Umgebung für eine Besiedelung interessant. (Unsere Postanschrift z.B. lautete dem-

entsprechend ,,Berlin-Stahnsdorf West“ Jägersteg 3). ln den zwanziger Jahren wurde

gegenüber dem Berliner Waldfriedhof an der ,,Chaussee nach Potsdam“

Kuhlmeyscher Wald zu Bauland und es entstand ein kleines Wohngebiet mit 39

Parzellen. Dieses wurde begrenzt durch den historischen ,,Stolperweg“ von

Gütergotz nach Stolpe, ein Gewässer, dem ,,Klaren Pfuhl“, einer Ackerfläche und

dem historischen Weg des Weideviehs ,,Alte Trift“, dessen Anbindung an die

Chaussee nun rechtwinklig gestaltet wurde. Der bisherige Verlauf hatte die neuen

Parzellen diagonal durchquert. An der Potsdamer Chaussee entstanden 13, am

Stolperweg 6 und am ,,Jägersteg“ und der ,,Alten Trift“ 20 Grundstücksparzellen. Der

erste Siedler war im Jahre 1932 der Malermeister Walter Fricke aus Steglitz, der im

Jägersteg Nummer 3 eigenhändig sein Wochenendhaus gleich massiv errichtete.

Noch im Beginn der Arbeiten kam mein Vater der Stuckateur Willi Ernst aus

Charlottenburg mit seiner jungen schwangeren Ehefrau vorbei. Sie waren von der

Landschaft so angetan, dass sie beschlossen noch vor der anstehenden Geburt ein

kleines Wohnhaus einzugsfertig zu bekommen. Das löste bei Vaters Stuckateur

Kollegen bei der Ufa lnteresse und eine Kettenreaktion aus. Arthur Schulz Nummer 1

und daraufhin auch Richard Schulz Nummer 13 siedelten nach Besichtigung prompt.

1933 baute der Kammersänger bei der Staatsoper Wilhelm

,,Sturm“ Schüßler sich ein hübsches Holzhaus fürs Wochenende. Schon nach

wenigen Jahren errichtete er sich ein solides stattliches Wohnhaus mit freiem Blick

über ein Getreidefeld in den Wald. In der Ecke nebenan auf No.4 baute sich der

Potsdamer Polizist Seidel eine Laube. Die Parzellen Potsdamer Chaussee 6 und 7

erwarben die Brüder Hans und Linus Rader aus Bayern. Sie bauten ein

gemeinsames großes Wohnhaus auf Parzelle 7. In der ,,Alten Trift“ No.3 baute der

Regierungsbeamte Eugen Finke sein Haus mit Einliegerwohnung für seinen

Großvater, in dessen Militaria Geschäft am Bassinplatz der ,,Hauptmann von

Köpenick“ sein Kostüm komplettierte. 1934 entstand auf No.4 das Giebelhaus von

Herrn Amtsrat Otto Dessow.

Der Abteilwagen

Nebenan auf No. 5 landete eine einmalige Kuriosität: ein alter ,,Abteilwagen“ der

Eisenbahn ohne Fahrgestell, doch mit Bremserhäuschen, als

Wochenendhaus. Zwei Berliner „Alte Fräuleins“ brachten es rätselhafterweise mit

den beschränkten technischen Mitteln der damaligen Zeit fertig, dieses

tonnenschwere Monstrum nach Gütergotz und über den Sandweg bis auf ihr

Grundstück transportieren zu lassen. Wer den komplizierten Abtransport nach der

Wende mit moderner Technik erlebt hat, kann die „Alten Damen“ für ihr damaliges

Husarenstück nur bewundern.

Auf dem Jägersteg 6 und 7 baute sich der Korvettenkapitän a.D. Konopke ein

hübsches massives kleines Wochenendhaus.

Nebenan auf No. 8 baute sich der Postangestellte Friebner aus dem Wedding ein

zweistöckiges Giebelhaus.

Das Grundstuck daneben, Nr. 9 erwarb Herr Grunthal für gärtnerische Nutzung.

An der Potsdamer Chaussee erwarb der ab 1915 in Neubabelsberg tätige Professor

Hans Ohmert (1890 — 1960) für sein Wohnhaus das Eckgrundstück und dazu die

angrenzenden 3 weiteren Parzellen. Auf der äußeren baute er sich ein mit Schilf

gedecktes Atelier dessen Fenster wegen ausgeglichener Beleuchtung alle nach

Norden ausgerichtet waren. Zwischen Wohnhaus und Atelier ließ er eine natürliche

Wasserstelle am ,,Klaren Pfuhl“ zu einem Größeren Teich mit einer Holzbrücke an

der schmalsten Stelle ausschachten. Es entstand ein schöner Naturpark dekoriert mit

einer Schilfhütte. Sein Nachbar am Stolperweg wurde der alte Freund und Kollege

meines Vaters bei der Ufa, der Standfotograf und Kunstmaler Arthur Hämmerer.

Nachbar von Prof. Ohmert an der Potsdamer Chaussee wurde gegenüber des

Friedhofs der Bildhauer Engel mit seiner Werkstatt.

Ein großer Fortschritt war die im Jahre 1936 erfolgte Elektrifizierung. Damit hatten

Handpumpe, Petroleumlampe und Plumpsklo ausgedient.

Die Kriegs- und Nachkriegszeit

Anfang des Krieges baute sich Herr Hahn auf dem Doppelgrundstück No. 10

unter schweren Bedingungen ein Giebelhaus. Kurz nach dem Einzug kamen

die Russen und Herr Hahn ging.

Auf Potsdamer Chaussee 2 fing Herr Moschkau, der den Kiosk Ecke Bahnhofstraße

betrieb, mit seiner Frau einen Hausbau an, von dem er noch im Kriege das

Kellergeschoß fertig bekam. Unter Nachkriegsbedingungen baute er darauf eine

Wohnung und später einen Anbau als Kolonialwarengeschäft. Damit versorgte das

alte und kranke Ehepaar die ganze Umgebung. Nebenan auf No. 4 baute sich Herr

Ohlhoff, der in Babelsberg am Findling eine Fahrradwerkstatt mit Laden hatte, ein

Wochenendhaus. Im Jägersteg 12 baute sich der Potsdamer Buchhalter Alfred Glahn

für Frau und Tochter eine Wochenendlaube. Es war eine Gemeinschaft aus Leuten,

die in einem kleinen hübschen Haus im Wald und im Grünen ihre Lebensqualität

suchten und fanden. Erwähnenswert ist, dass mit wohl nur drei Ausnahmen keiner

Sympathie mit der ,,Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei“ hatte. Von

meinem Vater weiß ich z. B.,  dass es als ,,Der Führer“ einst das Babelsberger

Filmgelände Ufa besichtigte einen grotesken Zwischenfall gab.  Als die

Sicherheitsleute die große heutige Caligari Halle räumte, übersahen sie in den

Kulissen den auf einer hohen Leiter arbeitenden Stuckateur Ernst. Als also der

Konvoi um eine Ecke kam, prallte er mit meinem herabgestiegenen Vater zusammen.

Dieser konnte gerade noch ,,Juten Tach“ sagen, bevor er von den Uniformierten zur

Seite gerissen und verhört wurde. Im Kriege, als die Alliierten ihre Bombenangriffe

tag und nachts flogen, wurden in vielen Gärten gedeckte Splitterschutz-Unterstände

gegraben, weil man fürchten musste, unter seinem eigenen Häuschen begraben zu

werden. Einige Wochenendbesucher verließen ihre Berliner Wohnung und wohnten

auf den Wochenendgrundstücken oder fanden Obdach bei Verwandten. Auf die

Grundstucke fielen jedoch keine Bomben, sondern in den umgebenden Wald mit

Glasschäden und vom Luftdruck aufgesprengten Türen.

Das fand ein Ende mit dem Einmarsch der Russen, die dann mit ihren Panjewagen

durch die Zäune in die Garten fuhren. Zuvor hatten einige Siedler eine Flucht gen

Westen diskutiert. Die Argumentation meines Vaters, dass er die Ereignisse nicht in

der Fremde, sondern lieber am Ort in vertrauter Umgebung überstehen könne, war für

die meisten überzeugend. Einige verließen jedoch ihre Grundstücke und den Ort vor

der ,,Einmauerung“ und kamen nie zurück. In verlassene Häuser zogen Vertriebene

und später auch ,,Regierungsdiener“ ein. Der Hunger zwang zu einer

landwirtschaftlichen Bewirtschaftung der Gärten und Haltung von Kleinvieh aller Art

für die Ernährung. Wegen der Sprengung aller Kanalbrücken des uns von der Stadt

trennenden Teltowkanals ,,zur Rettung der Hauptstadt gelangten die Leute auf

abenteuerlichen Wegen zu ihren Arbeitsplatzen nach Berlin. Die geraubten

Fahrräder fehlten sehr, Vater und ich fuhren mit der S-Bahn, die bis zum Wiederaufbau

der Kanalbrücke abschnittsweise wieder in Betrieb genommen werden konnte, über

Wannsee nach Babelsberg zur Arbeit und Schule. ln den Jahren bis zum Mauerbau

verließen noch viele Unzufriedene ihre Heimat für immer. Bis zur Wiedervereinigung

entstanden nur auf Jägersteg 11 ein großes Holzhaus als ,,Fertighaus“ für einen

Pfarrer und 1966 Potsdamer Chaussee 4 ein kleines Wochenendhaus für einen

Potsdamer Steinmetz . Dieses wurde 1975 für eine Forstangestellte umgebaut und

erweitert.

Die Nachwendezeit

Danach gab es einen Qualitätssprung, man sah Geltungsbedürfnis und das

Streben nach Größe. Der grüne Garten mit Waldbäumen gehörte nicht mehr zur

Lebensqualität. Grundstücke wurden halbiert und geviertelt. Die große Grenze war

gefallen, aber die Grenzen zum Nachbarn und zur Straße wurden häufig dicht

gemacht. Nachbarliche Hilfe wurde nicht mehr benötigt, es gab ja alles im Baumarkt,

wozu muss man dann noch mit dem Nachbarn reden? Positive Ausnahmen gibt es

jedoch und fallen angenehm auf. Schmerzlich ist für Stahnsdorf der Verlust seines

S-Bahnhofs. Die SED-Regierung riegelte Berlin durch ihre Mauer ab. Da eine

Vereinnahmung der Stadt nicht absehbar war, sollte auch die Erinnerung verschwinden.

Damit mußte auch das Bahnhofsgebäude weg — es wurde bei Nacht und Nebel

gesprengt. Heute heißt unsere Parole:

,,Stahnsdorf will seinen S-Bahnhof mit Anschluß nach Wannsee zurück“

Gütergotz Februar 2021 peter E R N S T

Müllsammelaktion Kienwerder

Müllsammelaktion in einem Landschaftsschutzgebiet

Die Ortsgruppe TKS des BUND rief für den 8. Mai zu einer 2-stündigen Müllsammelaktion

Rund um Kienwerder auf. Kienwerder ist umgeben von dem Landschaftsschutzgebiet „Parforceheide“. Innerhalb dieses Schutzgebietes gibt es auch 2 große geschützte Biotope.

Die Tatsache, dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet und um ein geschütztes Biotop handelt, verhindert jedoch nicht, dass Menschen Müll darin „ablagern“.

Um diese Vermüllung zu verringern, folgten 15 Personen im Alter von 13 bis über 70 unter strenger Beachtung der Corona-Regeln dem BUND Aufruf. Damit die Tier- und Pflanzenwelt nicht beeinträchtigt wurde, beschränkte sich die Sammelaktion nur auf einen Streifen entlang der Straßen und Wege.

Alle sind bereit!

Los geht`s!

Den „Erfolg“ der Aktion konnte man an 2 größeren Haufen von Müllsäcken, alten Auto- und Fahrradreifen, Teilen von Radios, Plastikverpackungen, Folien jeglicher Art, Metalle, Eimer voll Gläser und Glasscherben begutachten.

der nördliche „Müllberg“
der südliche „Müllberg“

Das Sammelergebnis und die Beteiligung an dieser Aktion machen Mut, eine solche Aktion an einer anderen Stelle der Gemeinde im kommenden Herbst oder Frühjahr wieder durchzuführen.

Waldwirtschaft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

„Ohne Harvester gibt es kein einheimisches Holz mehr zu kaufen.“ Dies ist eine der zentralen Aussagen von Revierförster Tobias Schramm bei einer Informationsveranstaltung zu bevorstehenden Waldarbeiten mit geplantem Harvestereinsatz in Güterfelde am vergangenen Freitag.

Eingeladen hatte die Agendagruppe „Gestaltung“ und der BUND aus Stahnsdorf. 24 interessierte und betroffene Bürger waren der Einladung gefolgt und wurden nicht enttäuscht.

In seinem Vortrag zeigte er auf, wie zu der derzeitigen Situation der Wälder in Deutschland gekommen ist. Ende des 17.Jahrhunderts gab es in Deutschland keine Wälder mehr, da die Nachfrage nach Holz aus allen Bereichen des Lebens und des Wirtschaftens riesig war. Um keinen Kollaps zu riskieren, erließen die Landesfürsten Gesetze zum Waldanbau und zur Waldpflege. Angebaut wurden hauptsächlich schnellwachsende Fichten und Kiefern, wo sonst ein Eichen-Buchen Wald stehen würde. Dies war die Geburtsstunde der Monokulturen, die heute so große Probleme bereiten.

Förster Schramm führte weiter aus, dass früher ganze Dörfer mit Waldarbeiten beschäftigt waren und es heutzutage kaum noch Arbeitskräfte gibt, die  diese gefährliche Arbeit machen.

Wenn aber der Wald umgebaut, d.h. die Monokulturen verringert werden sollen, dann ist das ein Prozess über mehrere Generationen, bei dem auch Bäume gefällt werden müssen, um anderen Bäumen Platz zu schaffen und um ein Einkommen erzielen zu können. Hierfür sei der Einsatz von Harvestern notwendig, da er billig, leistungsfähig, sicher und ökologisch nur wenig schädlich sei. Er sprach noch weitere Probleme an, wie die oftmals unterschiedlichen Vorstellungen von Waldbesitzern und Förstern oder das Problem von Verbiss durch Rehe bei Laubbaumsetzlingen. Hier wünscht er sich eine stärkere Bejagung.Nach seinem Vortrag bestand die Möglichkeit Fragen zu stellen, die Herr Schramm bereitwillig und detailliert beantwortete.

„Das war ein sehr informativer Abend. So etwas sollte es öfter geben“, fanden dann auch viele der Anwesenden.

Naturkindergarten – ein spannendes neues Projekt in Kienwerder

Klettern, bauen, matschen, schnitzen – bei den Naturkindern Kienwerder soll dies ab Sommer 2022 täglich möglich sein. Für 36 drei- bis sechsjährige Kinder entsteht derzeit auf einem großen Naturareal im Herzen Kienwerders ein dreiseitiges Naturwagenensemble aus zwei großen Gruppenraumwagen, drei Sanitärwagen, einer Hochbeetlandschaft und einem Lager- und Stallwagen mit Gehegeflächen. Denn zu einem Kinder„garten“ gehören neben Kindern und Pflanzen auch Tiere. Hühner, Kaninchen und der pädagogische Begleithund Patti ermöglichen den Kindern ruhige Momente der Verbundenheit und der Pflege. Im Umgang mit den Tieren ist es dem bereits vollständig besetzten Pädagog*innen-Team wichtig, dass die Kinder in einen echten, respektvollen und artgerechten Kontakt treten und die Tiere so kennenlernen, wie sie sind: Manchmal niedlich, manchmal unwillig, nicht zum Hochheben, aber immer eine Bereicherung. Inklusion, demokratische Partizipation, Naturpädagogik und Waldorfpädagogik sind die pädagogischen Säulen der Naturkinder Kienwerder. Außerhalb der Naturkindergarten Öffnungszeiten fungiert das Gelände als NaturKulturZentrum und bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bei verschiedenen sozialen und ökologischen Veranstaltungen einen für die Region einmaligen Begegnungs- und Erlebensort.

Der Träger Naturkinder Kienwerder e.V. wurde 2019 von mehreren Pädagog*innen gegründet, die ihre bisherigen Erfahrungen zusammenfließen lassen und einen Kindergarten gründen wollen, in dem Kinder echte Lebenserfahrungen sammeln können. Gerade in Zeiten einer Pandemie brauchen Kinder Freiräume, in denen sie sich selbst ausprobieren, ihre Umwelt erleben und dabei den Schatz der Gemeinschaft erspüren können. Im Naturraum sind Infektionen zudem deutlich unwahrscheinlicher und das Immunsystem stärker.

Stahnsdorf und die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf profitieren von hohen Zuzugsquoten. Insbesondere Familien zieht es in die Region zwischen Potsdam und Berlin, so dass viele Kitaplätze fehlen. Nachdem das Konzept im Gründungsteam entwickelt wurde und 2020 in den Ausschüssen und der Gemeindevertreter*innenversammlung von Stahnsdorf ein langfristiger Pachtvertrag für das Gelände erwirkt werden konnte, startete die intensive Phase der Bauplanung. Gemeinsam mit Fachplaner*innen und vielen am Genehmigungsprozess beteiligten Behörden wurde ein Baukonzept entwickelt, wie es in Brandenburg einzigartig ist. Bereits seit Monaten kommen monatlich mehrere
Freiwillige auf dem Gelände zusammen, um es vorzubereiten für die geplanten Baumaßnahmen und die Inbetriebnahme des Kindergartens. Die gesamte Bau- und Betriebsplanung wird ehrenamtlich getragen.

Hintergrund
Natur- und Waldkindergärten gehören seit vielen Jahren zur Kitalandschaft Deutschlands, in Brandenburg sind sie aber noch recht selten. Doch auch hier wünschen sich immer mehr Eltern für ihre Kinder Spiel- und Experimentiermöglichkeiten in der Natur und suchen nach naturnahen Betreuungsangeboten. Naturkindergärten bieten Anreize zu Selbstwirksam-keit und stärken gleichzeitig den Gemeinschaftssinn, wenn die Kinder selbst Kletter-möglichkeiten schaffen, sich eigene Höhlen bauen oder ihr eigenes Spielzeug herstellen. Aber auch echte Naturhelden brauchen für Ruhe-, Ess- und Schlecht-Wetter-Zeiten hygienisch einwandfreie, brandgeschützte, unfallsichere Gruppen- und Sanitärräume.
Die Behörden des Baugenehmigungsprozesses stehen dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber.
Dennoch gibt es eine Vielzahl von Auflagen, die die Gesamtinvestition in die Höhe treiben.
In dem im Juli 2021 eingereichten Bauantrag kalkuliert der Träger eine Gesamtinvestition von ca. 1,5 Millionen Euro sowie zusätzliche Betriebskosten. Davon sollen 360 000 Euro durch Fördermittel des Bundes gedeckt werden, wenn die Baumaßnahmen bis Juni 2022 realisiert werden. Weitere rund 100.000 Euro stammen aus Eigenkapital, wie Spendengelder und ehrenamtlich geleistete Arbeitsstunden für Bauplanung, Geländesicherung und Garten- und Landschaftsbauarbeiten. Die Refinanzierung der Investitionen und der Betriebskosten ist vertraglich bereits mit dem Landkreis
gesichert.
Über 1,2 Millionen Euro möchte der Naturkinder Kienwerder e.V. einen Kredit bei der GLS
Gemeinschaftsbank eG aufnehmen. Durch eine Sicherheitsübereignung der Wagen könnten jedoch nur 700.000 Euro Kredit genehmigt werden. Für die restlichen 500.000 Euro soll nun ein Bürge oder Investor gefunden werden. Der Verein hat einen entsprechen-den Bürgschaftsantrag bei der Gemeinde Stahnsdorf gestellt, die Eigentümerin des Naturgrundstückes ist. Ab dem 21. September startet der nächste Ausschusszyklus, in dem sich die Zukunft des Vorhabens entscheidet. Die Baugenehmigung wird in Kürze vorliegen, die Ausschreibungen sind vorbereitet, Hersteller und Dienstleister warten auf ihre Aufträge, so dass bei einem positiven Bürgschaftsentscheid der
Gemeindevertreter*innenversammlung und der Kommunalaufsicht Anfang November 2021 die Gelder verfügbar werden und umgehend die Ausführungsplanung beginnen kann. Eine Bürgschaft beinhaltet kein Risiko, da die Gemeinde Stahnsdorf bei einem Ausfall des Trägers den Kindergarten als kommunaler Träger übernehmen oder ihn an andere Träger weitergeben könnte. Das wirtschaftliche Handeln des Trägers wird regelmäßig vom Landkreis geprüft, qualifiziertes Personal ist bereits gefunden, die Anmeldeliste füllt sich stetig. Da der Naturkinder Kienwerder e.V. sich dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und dem Bundesverband für Natur- und Waldkindergärten in Deutschland angeschlossen hat, kann auch auf die Kompetenz von Netzwerken zurückgegriffen werden. Um einen Teil der Bauplanungskosten abzudecken, freut sich der Naturkinder Kienwerder e.V. über Spender*innen und Sponsor*innen. So können auf Zaunelementen, an neu gepflanzten Klimabäumen, auf dem Heldenboard im zukünftigen Eingangsbereich oder auf der Homepage Spender*innen und Sponsor*innen ihren Namen oder ihr Firmenlogo wiederfinden. Auch über das NaturKulturZentrum werden Menschen verschiedener Altersstufen somit wahrnehmen, welchen Menschen und Firmen eine würdige Entwicklung von Kindern und Natur besonders am Herzen liegen.
www.naturkinder-kienwerder.de
info@naturkinder-kienwerder.de
Judith Schadow, Vorstandsmitglied und Pressekontakt: 017

Ende des wilden Parken am Güterfelder Haussee

Dieses Schreiben und diese Bilder erreichten uns vor kurzem.

Sehr geehrte Familie Schwarz,

von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz wurde uns Ihr Anliegen bzgl. der illegalen Parkplatzsituation am „Parkplatz am Haussee“ in Güterfelde (Flur 6, Flurstück 439) am 14.09.2021 übersandt. Die Berliner Stadtgüter GmbH ist Eigentümerin der betroffenen Fläche.

Genau wie Sie möchten auch die Berliner Stadtgüter das Wildparken und seine negativen Auswirkungen auf der Wiese beenden. Aufgrund von Abstimmungsprozessen mit der Gemeinde Stahnsdorf war eine kurzfristige Lösung jedoch nicht möglich.

Somit haben wir nun am 08.09.2021 entlang der Flurstückgrenze mehrere Baumstämme als Begrenzung ablegen lassen (Bilder anbei). Zudem wurden alle illegalen Zufahrten über die Wiese abgesperrt. Der aufgrund der Parksituation stark verdichtete Boden wurde oberflächlich mit einer Egge gelockert, um eine Wiederbegrünung zu ermöglichen und ein erneutes Befahren / Parken auf der Fläche zu verhindern.

Das illegale Parken sollte damit beendet sein und die Wiese sich wieder zur Wiese entwickeln können.

Wie wir Ihnen in der zurückliegenden Korrespondenz mitteilten, ist die Wiesenfläche unsererseits für eine ökologische Aufwertung vorgesehen. Im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen soll hier eine Streuobstwiese entstehen. Die Planung für den Flächenpool, in den sich diese Maßnahme eingliedert, haben wir mit der Naturschutzbehörde abgestimmt. Die Fläche ist also bereit, um Ausgleichsbedarfe aus dem Gemeindegebiet und der Region zu decken. Um die Entwicklung zu beschleunigen, prüfen wir momentan, hier in Vorleistung mit der Pflanzung zu beginnen.

Für Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Kurtzman

Bereichsleiterin

Bereich Natur und Umwelt


Holzwirtschaft im Umbruch

im Herbst wird es wieder Waldpflegearbeiten mit dem Harvester in den Waldgebieten hinter der Starstraße und der Straße „Am Kienwerder“ geben.

Um alle Anwohnerinnen und Anwohner zu  informieren, haben die BUND-Gruppe Stahnsdorf und die Gestaltungs AG einen Vortrag mit dem zuständigen Förster

Herrn Schramm organisiert.

Hier werden Sie auch die Möglichkeit haben,  Ihre Fragen zum Thema anbringen zu können.

Thema: Moderne Waldwirtschaft – ökologischer Waldumbau

Wann: 24.9.21  um 18.00 Uhr

WO: Gemeindehaus der evangelischen Kirche Güterfelde , Kirchplatz 11

Es gelten die aktuellen Coronaregeln. Um eine kurze Voranmeldung wird daher  ab dem 22.9.21. Tel.: 03329 613750 gebeten.

Der Vortrag ist kostenfrei. Über eine kleine Spende für die Kirche freuen wir uns.

Einen guten Start in den September wünschen Ihnen

Regina und Karl Schwarz
Am Wiesengrund 8
14532 Stahnsdorf

Menschen in Kienwerder: Peter Ernst

Auf unserer Website wollen wir unseren liebenswerten Ortsteil mit seinem Charme möglichst vielen Mitmenschen näherbringen. In loser Reihenfolge sollen deshalb auch Kienwerderaner zu Wort kommen, sich und ihr Leben hier in diesem Ortsteil vorstellen. Dies soll einem guten nachbarschaftlichen Miteinander dienen!

Wer ist Peter Ernst?

Peter Ernst (88) arbeitete als Entwickler im ehemaligen Institut für Halbleitertechnik, später dann VEB Gleichrichterwerk Stahnsdorf

Bekannt wurde er durch sein jahrzehntelanges Engagement für den Natur- und Umweltschutz in der Region!  Hier nun einige Beispiele für sein Engagement: er war Naturschutzhelfer, Naturschutzbeauftragter des Landkreises Potsdam-Mittelmark, Forstschutzhelfer, Mitglied des Kreisnaturschutzaktivs, Mitbegründer der Arbeitsgruppe „Sozialistische Landeskultur und Naturschutz im VEB Mikroelektronik Stahnsdorf“, stellvertretender Vorsitzender des Kreisnaturschutzbeirates, Mitglied des Landessprecherrats der Grünen Liga, Vertreter im Umweltbeirat des Landes Brandenburg.

Auf Grund seines Engagements konnte er auch etliche Erfolge verbuchen, hierzu zählen die Ausweisung der Parforceheide als Landschaftsschutzgebiet, der Erhalt des Güterfelder Haussees und die zivile Nutzung des ehemaligen Truppenübungsplatzes in Güterfelde

Auch im schon fortgeschrittenen Alter engagiert Peter Ernst sich noch in der lokalen Politik und in der Bewahrung des kulturellen Erbes seiner Heimat. Beispiele hierfür sind die Tätigkeit als sachkundiger Bürger im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr der Stahnsdorfer Gemeindevertretung, seine Mitgliedschaft im Stahnsdorfer Heimatverein, in der Jagdschloss Stern-Parforceheide e.V, der Pücklergesellschaft und der Interessengemeinschaft Teltowkanalaue.

Für seinen vielfältigen Einsatz erhielt er auch offizielle Ehrungen, u.a. ist er Träger des Umweltpreises des Landes Brandenburg 2007 und Ehrennadelträger der Gemeinde Stahnsdorf im Jahre 2014.

Seit wann wohnen Sie in Kienwerder?

Ich wurde beinahe in Gütergotz geboren, aber da das neue Haus im Jägersteig noch nicht ganz trocken war, erfolgte die Geburt in Potsdam – sehr zu meinem späteren Bedauern. Ich wohne schon mein ganzes Leben lang in Kienwerder.

Was war, was ist Ihnen wichtig?

In und mit der Natur leben zu können.

Was vermisst Sie?

Die Nachbarschaft hat sich verändert. Ich vermisse das freundschaftliche Nachbarschaftsverhältnis, den Austausch, die gegenseitige Besuche und Hilfeangebote.

Wie hat sich Kienwerder entwickelt, seit Sie hier wohnen?

Mehr Menschen sind nach Kienwerder gezogen. Die Einstellung der Menschen zu ihren Gärten hat sich geändert. Früher wurden die Vorgärten bepflanzt, damit sie ein angenehmes Bild ergeben –  auch zur Freude der Passanten. Heute verwenden die Menschen zu viele Steine und die Gärten werden uneinsehbar gemacht.

Wie beurteilen Sie die Wohnsituation in Kienwerder für junge und alte Menschen?

Für mich hat sich die Situation verbessert. Ich habe einen Gasanschluss, der mein Leben erleichtert. In der Nähe befindet sich eine Bushaltestelle, es gibt Fahrdienste und Taxis, die ich nutzen kann. Die Einkaufsmöglichkeiten, die ich brauche, sind für mich gut erreichbar.

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft Kienwerders?

Es sollen mehr Menschen nach Kienwerder ziehen, die gezielt eine grüne und individuelle Wohnsituation suchen. Kienwerder soll weiterhin engen Kontakt zu Güterfelde bewahren. Kienwerder, Güterfelde und Stahnsdorf sollen „grüne Orte“ bleiben.

Frühjahrsputz um Kienwerder

  

Liebe Mitbewohner von Kienwerder,

die laublose Zeit der vergangenen Wochen und Monate hat es gezeigt,

die Wegränder, die Wiesen, die Sträucher und Wälder sind voller

Müll!

Müll, der der Umwelt, den Pflanzen und Tieren schadet und für uns Bewohner ein ständiges Ärgernis ist.

Wir wollen das wieder ändern und unserer Umgebung ein Stück ihrer Schönheit zurückgeben.

Am   8. Mail

ab 10.00 Uhr  sammeln wir den Müll entlang der Waldstraße (zwischen Kienwerder und Stahnsdorf), Stolper Weg und Am Wiesengrund.

Helfen Sie uns, damit unsere Siedlung wieder schön wird!

Da die Coronasituation keine Menschenansammlungen erlaubt, müssen wir die Teilnehmer räumlich verteilen. Dazu sollten wir vorher wissen, wer mithilft, damit wir planen können.

Daher geben Sie uns bitte Bescheid, wenn Sie dabei sind.

Regina und Karl Schwarz, Am Wiesengrund 8, Tel: 613750

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Unser Grün kommt unter die Räder

Es ist inzwischen ein gewohntes Bild. Wenn die Sonne scheint und Corona nur kurze Reisen ermöglicht, stehen auf den Wiesen und entlang von Waldwegen Autos dicht gedrängt nebeneinander. Denn alle wollen die frische Luft einatmen, einen schönen Spaziergang mit oder ohne Hund machen und die unberührte Natur genießen.

Leider, leider wird aber wenig Rücksicht auf die Natur genommen, wenn es darum geht eine Parkmöglichkeit für sein Auto zu finden. Wozu das führt, kann man sehr gut auf dem Zugang zum Haussee von der Potsdamer Straße aus beobachten. Der kleine offizielle Parkplatz wird kaum beachtet, statt dessen die daneben liegende Wiese als Parkplatz erkoren. Von Wiese kann man jetzt nicht mehr sprechen, weil man noch eine völlig zerfahrene Fläche sieht. Da man aber auf einer solchen modrigen Fläche nicht parken will – man könnte ja sein Schuhe und Hosen beschmutzen – fährt man immer weiter in die Wiese, sodass der zerstörte, zerfahrene und modrige Teil immer größer wird.

Dem aber nicht genug. Inzwischen wird diese Wiese auch gerne von LKW-Fahrern oder Campern als Nachquartier gewählt. Man hat auch schon Autos gesehen, die auf der Wiese Fahrübungen machen. Und weil das alles nicht genug der Zerstörung ist, wirft man auch noch all die Dinge, die man nicht mehr haben will, in die Gegend.

Warum wird das alles so hingenommen?

Eine gute Frage! Die Berliner Stadtgüter, denen die Wiese gehört, kennen die Situation und wollen in den nächsten Jahren etwas dagegen tun- falls es dann noch eine Wiese geben wird.

Die beschriebene Situation am Haussee lässt sich an vielen Stellen unseres Ortes beobachten. U.a. werden die grünen Randstreifen unbefestigter Wege hemmunglos zerfahren, wie beispielsweise im Stolper Weg beobachtbar, damit das Auto keinen Schaden nimmt. Wer braucht schon bewachsene, ökologisch wichtige Flächen, wenn man Auto fahren will.

Schade um das schöne Grün in Kienwerder, Güterfelde und Stahnsdorf!