Obst- und Gemüsenachweis – Kurioses aus der Nachkriegszeit

Während des zweiten Weltkrieges ist die weitere Besiedlung von Kienwerder ins Stocken geraten.  1945 waren etwa 50% der Grundstücke mit festen Wohnhäusern bebaut. Viele in den 30 er Jahren verkauften Grundstücke wurden von den noch in Berlin Wohnenden  vor allem als Garten und zum Obst- und Gemüseanbau genutzt. Die Not war groß und viele Berliner, samt Flüchtlingen,  trieb es aufs „Land“ um etwas Essbares zu erwerben.  Manchmal legal, manchmal auf dem „Schwarzmarkt“, manchmal  auch durch Diebstahl von den Feldern, auf denen gerade Kartoffeln, Obst und Gemüse reif wurden. 

Um dem Diebstahl einigermaßen in Grenzen zu halten, wurden in den S- Bahnen von der Polizei „Lebensmittelkontrollen“ durchgeführt. Reisende mussten nachweisen, dass sie die Lebensmittel, die sie vom Land mitbrachten rechtmäßig erworben haben. Berliner Gartenbesitzer in Kienwerder erhielten vom Bürgermeister eine Bescheinigung, dass sie hier einen Garten besitzen, und konnten damit nachweisen, dass ihre geernteten Früchte nicht gestohlen waren.

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