Wie Linden nach Stahnsdorf und Gütergotz kamen

In der Ortschronik von Peter Reichelt kann man Folgendes lesen:

„…es gab ein erweitertes Edikt des preußischen Staates. Fortan sollte besonderer Wert auf die Bienenzucht gelegt werden. Jeder Bauer wurde verpflichtet, vier Bienenstöcke zu halten, jeder Halbbauer zwei Stöcke und jeder Kossät einen Stock. Die Kirchengemeinde beschloss daraufhin den Erwerb  und die Anpflanzung von Lindenbäumen, die ein Alter von 1000 Jahren erreichen sollten. Als Standort hierfür wurde der unbefestigte Weg von Stahnsdorf  nach Gütergotz gewählt. Somit entstand im Jahre 1831 in ihren Grundzügen die heutige Lindenstraße.“

„Die Gemeinde (hier: Gütergotz) folgte nach 1861 nunmehr dem erweiterten preußischem Edikt der Intensivierung der Bienenzucht. Dazu wurden als Einfriedung des Kirchhofes von drei Seiten Linden gepflanzt. Die Kirchenchronik vermerkt hierbei, dass die Bäume ein Geschenk des Landrates Albrecht waren. Im Jahre 1863 wurden weitere acht Linden durch den Prediger gepflanzt und bezahlt, 18856 durch die Gemeinde vier Linden und 1869 noch einmal vier Bäume von der Kirchenkasse bezahlt.“ 1)

Schon vor 150 Jahren wusste man also um die Bedeutung von Linden für die Bienen. Und heute wissen wir, dass eine Linde auch für viele andere Insekten und für das Klima wichtig ist. Beispielsweise wird “die Winterlinde als wichtige Mischbaumart künftig im Zuge des Klimawandels bei uns eine größere Rolle spielen. Aufgrund ihrer vielfältigen Verflechtungen zu verschiedenen Tierarten trägt die Winterlinde zu Erhalt und Steigerung der natürlichen biologischen Vielfalt bei.“2)

Darüber hinaus erfreuen Linden auch unsere Augen so wie hier

Oder regen zu poetischen Höhenflügen an, wie u.a. in diesem bekannten Volkslied

                               Am Brunnen vor dem Tore

                               da steht ein Lindenbaum

                               ich träumt in seinem Schatten

                               so manchen süßen Traum

Und wie ist es um die Linden in Stahnsdorf und Güterfelde heutzutage nach gerade mal 150 Jahren bestellt?

Schauen Sie selbst – ein Trauerspiel

1) Reichelt, Peter, Im Ort gesehen, Geschichten und Geschichte aus Stahnsdorf, Kleinmachnow, etc im Eigenverlag 2018

2) Quelle:  https://www.lwf.bayern.de/biodiversitaet/biologische-vielfalt/144313/index.php

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